PICTORIAL SPACE
Kurator / curator: Pia Jardí
Organisation / organization: Matthias Boeckl and Peter Sroubek
Künstler / artists: GEORGIA CREIMER, JAKOB GASTEIGER, FLORIAN GRUBER, PETER KOGLER, CLAUS PROKOP, THOMAS REINHOLD, HERWIG STEINER, EVA SCHLEGEL, MARTINA STECKHOLZER, NITA TANDON
November 2008 – März 2009
Tatranská Galéria, Poprad (SK); Austrijski kulturni forum, Beograd (SRB); Napóleon-Ház, Györ (H);
Die Technologien der Gegenwart führen zu einem grundlegenden Wandel der traditionellen Wahrnehmung unserer Umwelt sowie der Möglichkeiten diese darzustellen. Phänomene wie die Globalisierung des Marktes sowie die Schnelligkeit und der Umfang der medialen Verbreitung führen zu einer neuen Wahrnehmung unserer alltäglichen Umwelt, zu einer Relativierung ihrer Grenzen und zur Umdimensionierung ihrer Maßstäbe. Daraus ergeben sich grundlegende Veränderungen in der Art und Weise, den Raum abzubilden.
Die Perspektive, jene Art der maltechnischen Abbildung, deren Erfindung den Beginn der Neuzeit markiert, erwies sich als die Formel, einen unveränderlichen Raum kognitiv aus einer ausgesprochen anthropozentrischen Sicht abzubilden. Mit dem Eintritt ins 20. Jahrhundert machte das kubistische Abenteuer die Perspektive obsolet. Danach war der Weg frei für eine weitere Reihe von künstlerischen Experimenten, die zu einer – allmählichen aber endgültigen – formalen und analytischen Dekonstruktion des gemalten Raums führten. In der Gegenwart erlauben die neuen digitalen Techniken es, dynamische Räume zu konstruieren, wo die Bilder sich ständig innerhalb eines unvorhersehbaren Kontinuums neuer Möglichkeiten verändern.
Dynamisch, ohne Kontinuität, unvorherbestimmt: Der gemalte Raum der Gegenwart wird – analog zum digitalen Raum – auf der Basis gebrochener Formen, flexibler Strukturen und einer nicht-linearen, unvorhersehbaren Narration konstruiert. In diesen Raum-Konstruktionen interagieren – zusätzlich zur Maltechnik – andere Ausdrucksformen, wie die Fotografie oder computerverarbeitete Bilder. Diese liefern Querverweise und Anspielungen auf die Realität, die das vom Zufall bestimmte Spiel zwischen dem Realen und dem Virtuellen ermöglichen.
Auch zeigen die künstlerischen Praktiken – die Zeugnis von der kognitiven Erfahrung der Umwelt durch das Individuum ablegen – diesen Wandel der ästhetischen Werte. Wenn das Universum heute nach Ansicht der Wissenschaft nicht mehr von einziggültigen und unveränderlichen Gesetzen regiert wird, so fußen auch die künstlerischen Einstellungen inhaltlich auf den Prinzipien des Zufalls; sie interessieren sich mehr für die Vielseitigkeit der Vorschläge als für die Suche nach allgemeinen Prinzipien. Das Kunstwerk strebt nicht mehr nach Transzendenz, nach Authentizität; was mehr interessiert ist das Anders-Auffassen, die Verschiebung von Bedeutungen, das Werk als ein Teil eines unabgeschlossenen Prozesses, innerhalb dessen die KünstlerIn sich darauf beschränkt, ihn zu erforschen.
Die Ausstellung präsentiert das Werk von 10 KünstlerInnen verschiedener Generationen, die grundlegende Fragen betreffend die Darstellbarkeit des gemalten Raum stellen. Sie liefern einen Kommentar zur Situation der Malerei der Gegenwart, die sich in dem oben beschriebenen Prozess befindet, der von der analytischen und radikalen Dekonstruktion des „optischen“ Raumes ausgehend – zur Erschaffung eines neuen, „digitalen“ Raums führt.
Kurator / curator: Pia Jardí
Organisation / organization: Matthias Boeckl and Peter Sroubek
Künstler / artists: GEORGIA CREIMER, JAKOB GASTEIGER, FLORIAN GRUBER, PETER KOGLER, CLAUS PROKOP, THOMAS REINHOLD, HERWIG STEINER, EVA SCHLEGEL, MARTINA STECKHOLZER, NITA TANDON
November 2008 – März 2009
Tatranská Galéria, Poprad (SK); Austrijski kulturni forum, Beograd (SRB); Napóleon-Ház, Györ (H);
Die Technologien der Gegenwart führen zu einem grundlegenden Wandel der traditionellen Wahrnehmung unserer Umwelt sowie der Möglichkeiten diese darzustellen. Phänomene wie die Globalisierung des Marktes sowie die Schnelligkeit und der Umfang der medialen Verbreitung führen zu einer neuen Wahrnehmung unserer alltäglichen Umwelt, zu einer Relativierung ihrer Grenzen und zur Umdimensionierung ihrer Maßstäbe. Daraus ergeben sich grundlegende Veränderungen in der Art und Weise, den Raum abzubilden.
Die Perspektive, jene Art der maltechnischen Abbildung, deren Erfindung den Beginn der Neuzeit markiert, erwies sich als die Formel, einen unveränderlichen Raum kognitiv aus einer ausgesprochen anthropozentrischen Sicht abzubilden. Mit dem Eintritt ins 20. Jahrhundert machte das kubistische Abenteuer die Perspektive obsolet. Danach war der Weg frei für eine weitere Reihe von künstlerischen Experimenten, die zu einer – allmählichen aber endgültigen – formalen und analytischen Dekonstruktion des gemalten Raums führten. In der Gegenwart erlauben die neuen digitalen Techniken es, dynamische Räume zu konstruieren, wo die Bilder sich ständig innerhalb eines unvorhersehbaren Kontinuums neuer Möglichkeiten verändern.
Dynamisch, ohne Kontinuität, unvorherbestimmt: Der gemalte Raum der Gegenwart wird – analog zum digitalen Raum – auf der Basis gebrochener Formen, flexibler Strukturen und einer nicht-linearen, unvorhersehbaren Narration konstruiert. In diesen Raum-Konstruktionen interagieren – zusätzlich zur Maltechnik – andere Ausdrucksformen, wie die Fotografie oder computerverarbeitete Bilder. Diese liefern Querverweise und Anspielungen auf die Realität, die das vom Zufall bestimmte Spiel zwischen dem Realen und dem Virtuellen ermöglichen.
Auch zeigen die künstlerischen Praktiken – die Zeugnis von der kognitiven Erfahrung der Umwelt durch das Individuum ablegen – diesen Wandel der ästhetischen Werte. Wenn das Universum heute nach Ansicht der Wissenschaft nicht mehr von einziggültigen und unveränderlichen Gesetzen regiert wird, so fußen auch die künstlerischen Einstellungen inhaltlich auf den Prinzipien des Zufalls; sie interessieren sich mehr für die Vielseitigkeit der Vorschläge als für die Suche nach allgemeinen Prinzipien. Das Kunstwerk strebt nicht mehr nach Transzendenz, nach Authentizität; was mehr interessiert ist das Anders-Auffassen, die Verschiebung von Bedeutungen, das Werk als ein Teil eines unabgeschlossenen Prozesses, innerhalb dessen die KünstlerIn sich darauf beschränkt, ihn zu erforschen.
Die Ausstellung präsentiert das Werk von 10 KünstlerInnen verschiedener Generationen, die grundlegende Fragen betreffend die Darstellbarkeit des gemalten Raum stellen. Sie liefern einen Kommentar zur Situation der Malerei der Gegenwart, die sich in dem oben beschriebenen Prozess befindet, der von der analytischen und radikalen Dekonstruktion des „optischen“ Raumes ausgehend – zur Erschaffung eines neuen, „digitalen“ Raums führt.